FEUERWEHRMUSEUM
Das 150-jährige Jubiläum im September 2024 war ein Triumph der Beständigkeit. Während viele Feiern auf historische Erinnerungen blicken, präsentierte diese Leistungsschau eine Flotte, die Geschichte lebt: Der Großteil der Fahrzeuge und Geräte ist nicht nur museal erhalten, sondern funktionstüchtig und fahrbereit.
Die Tatsache, dass diese Gerätschaften – von denen einige zweifellos hohes Alter erreicht haben – noch immer reibungslos laufen und aktiv bei der Schau eingesetzt wurden, ist eine Hommage an die ursprüngliche Ingenieurskunst und ein leuchtendes Beispiel für jahrzehntelange, akribische Wartung. Sie beweisen, dass wahre Qualität und Pflege die Zeit überdauern. Sie sind aktive, rollende Denkmäler des Engagements.
PUMPE
Die Pumpe aus dem Jahre 1822 stellt ein herausragendes historisches Ausstellungsstück im Besitz der Feuerwehr Strass dar. Sie war die zweite Pumpe, die der Wehr zur Verfügung stand und somit eine entscheidende technologische Weiterentwicklung in der frühen Brandbekämpfung.
Als manuelle Handdruckspritze (oder Hydrophor) erforderte sie die Kraft mehrerer Männer zur Bedienung, um einen Löschstrahl zu erzeugen. Die Anschaffung dieser Pumpe belegt den frühen und anhaltenden Einsatz der Gemeinschaft für den Brandschutz, lange bevor die Feuerwehr Strass offiziell gegründet wurde.
Interessanterweise war der Vorgänger aus dem Jahr 1875 nach dieser Pumpe beschafft worden. Da diese ältere Pumpe von 1875 aber nicht mehr im Besitz der Feuerwehr ist, kommt die Pumpe von 1822 als ein besonderer Wert für das ältestes erhaltene Löschgerät zu. Sie ist ein materielles Zeugnis der historischen Entwicklung und des Idealismus der Strasser Feuerwehrmänner über fast zwei Jahrhunderte hinweg.
DOPPELKOLBENPUMPE
Die Doppelkolbenpumpe ist ein bedeutsames historisches Gerät für die Feuerwehr Strass, da ihre Anschaffung einen Doppelerfolg für die Wehr markiert.
Diese leistungsfähigere Pumpe stammt aus dem Jahre 1887 und stellte einen deutlichen Fortschritt gegenüber den älteren Handdruckspritzen dar. Ihre Bauweise mit zwei Zylindern ermöglichte eine effizientere und kontinuierlichere Wasserförderung und verbesserte damit die Schlagkraft im Einsatzgebiet erheblich.
Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr ist eng mit der Pumpe verknüpft: In diesem Jahr, 1887, wurde auch zeitgleich das erste Zeughaus errichtet. Die Anschaffung der neuen Technik und der Bau eines festen Depots belegen, dass die Feuerwehr Strass in dieser Zeit eine Phase der Konsolidierung und Professionalisierung durchlief, die die Grundlage für den modernen Brandschutz legte. Die Doppelkolbenpumpe von 1887 und das erste Zeughaus sind somit untrennbar mit dem Aufschwung der Wehr verbunden.
1. TRAGKRAFTSPRITZENWAGEN
Der 1. Tragkraftspritzenwagen der Feuerwehr Strass war ein vielseitiges Einsatzfahrzeug, das weit mehr leistete, als nur die namensgebende Tragkraftspritze zu befördern.
Dieses Fahrzeug hatte die Besonderheit, dass es auch möglich war, mehrere Personen zu transportieren. Dies war für die damalige Zeit ein wichtiger Vorteil. Während andere Wehren oft noch auf separate Mannschaftsfahrzeuge oder private PKWs angewiesen waren, war somit schon früh eine Mannschaftstransportmöglichkeit geschaffen, die direkt in das Einsatzfahrzeug integriert war.
Diese Kombination aus Gerätetransport und Mannschaftsbeförderung optimierte die Ausrückzeit und Einsatzbereitschaft der Wehr. Der TSW ermöglichte es, die gesamte Löschgruppe mitsamt Ausrüstung schnell an den Einsatzort zu bringen, was diesen Tragkraftspritzenwagen zu einem essenziellen und effizienten Bestandteil der frühen Flotte machte.
TRAGKRAFTSPRITZE TYP BREIER
Die Tragkraftspritze (TS) Typ Breier repräsentiert eine bedeutende technologische Neuerung in der Ausrüstung der Feuerwehr Strass. Mit dem Baujahr 1928 fällt diese Pumpe in eine Ära, in der die Umstellung von manuellen auf motorisierte Löschgeräte forciert wurde.
Das Besondere an diesem Modell ist der Antrieb: Es handelte sich um eine Pumpe mit einem Viertakt-Motor. Viertaktmotoren galten damals als zuverlässiger und effizienter im Betrieb als Zweitakter, was eine konstante und leistungsstarke Wasserförderung am Einsatzort garantierte.
Als transportable Einheit konnte die Tragkraftspritze Typ Breier unabhängig vom Fahrzeug eingesetzt werden, beispielsweise an schwer zugänglichen Wasserentnahmestellen. Sie steigerte damit nicht nur die Leistung, sondern auch die taktische Flexibilität der Strasser Feuerwehr in der Brandbekämpfung.
MOTORSPRITZENANHÄNGER
Der Motorspritzenanhänger aus dem Baujahr 1951 markiert einen wichtigen Schritt in der Nachkriegs-Motorisierung der Feuerwehr Strass. Dieser Anhänger wurde von der renommierten Firma Rosenbauer aufgebaut, die bereits zu diesem Zeitpunkt für ihre Expertise im Feuerwehrfahrzeugbau bekannt war.
Als Anhänger konzipiert, konnte er schnell von einem Zugfahrzeug an jede Einsatzstelle gebracht werden. Seine Hauptfunktion war der Transport einer leistungsstarken, motorisierten Tragkraftspritze (TS), wodurch die Wasserförderleistung im Vergleich zu den älteren Handpumpen um ein Vielfaches gesteigert werden konnte. Der Anhänger bot somit eine hochflexible und schlagkräftige Lösung zur Brandbekämpfung, sowie eine wichtige Ergänzung und Modernisierung des Fuhrparks im Jahr 1951 dar.
1. STRASSER FEUERWEHRAUTO
Das erste Strasser Feuerwehrauto war ein bemerkenswertes Beispiel für Engagement und Herzblut. Es handelte sich dabei um einen klassischen VW T1 Bus aus dem Jahr 1966, der ursprünglich als Zivilfahrzeug angekauft wurde.
In einer Zeit, in der die Beschaffung neuer, spezialisierter Einsatzfahrzeuge oft eine große Herausforderung für freiwillige Wehren darstellte, verwandelte die Mannschaft den Bulli mit viel Idealismus in ihr erstes motorisiertes Rettungsgefährt. Durch Eigenleistung und Kreativität wurde das unscheinbare Fahrzeug zum verlässlichen Einsatzfahrzeug umgerüstet, das fortan einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Gemeinde leistete. Dieser T1 steht damit symbolisch für den Beginn einer neuen Ära in der Strasser Feuerwehrgeschichte.
TRAGKRAFTSPRITZE AUTOMATIK 75
Die Tragkraftspritze (TS) Automatik 75 aus dem Baujahr 1962, von Rosenbauer gefertigt, ist ein historisches Feuerwehrgerät, das für seine Robustheit bekannt ist. Angetrieben wird sie von einem luftgekühlten 4-Zylinder-VW-Industriemotor (ca. 28–31 PS). Die Pumpe liefert eine Nennleistung von 750 Litern Wasser pro Minute bei 8 bar Druck. Ihr namensgebendes Merkmal ist die automatische Ansaugvorrichtung. Mit einem Gewicht von etwa 175–190 kg war sie tragbar und kam häufig in TSF-Fahrzeugen oder TSA-Anhängern zum Einsatz. Sie gilt heute als wichtiges Zeugnis der Feuerwehrtechnik der 1960er Jahre.